Beim Hamburg Marathon hat Hamburg gezeigt, was Sport in dieser Stadt auslösen kann: Begeisterung, Zusammenhalt und eine großartige Atmosphäre entlang der Strecke. Auch die CDU-Fraktion setzte ein Zeichen für die Olympia-Bewerbung: Ich bin gemeinsam mit Nikola Tunići, Sascha Greshake und Dennis Thering am 26. April in der Marathonstaffel gelaufen – natürlich in Olympia-Shirts.
Am 31. Mai entscheidet Hamburg, ob sich die Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben soll. Für die CDU ist klar: Hamburg sollte diese Chance ergreifen. Gemeinsam mit SPD und Grünen wirbt die CDU für ein Ja zur Bewerbung.
Dabei geht es nicht um ein Sportereignis für wenige Wochen. Olympia und die Paralympics wären auch ein Impuls für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Sportinfrastruktur, Mobilität und Barrierefreiheit. Wichtig ist: 2026 ist nicht 2015. Das heutige Konzept setzt stärker auf bestehende Infrastruktur, Nachnutzung und dauerhaften Nutzen für die Stadt. Neubauten, die ausschließlich für die Spiele errichtet würden, sind nach dem aktuellen Konzept nicht vorgesehen.
In der Hamburgischen Bürgerschaft war Olympia zuletzt gleich zweimal Thema in der Aktuellen Stunde. Ich habe dort für die CDU-Fraktion gesprochen und deutlich gemacht: Hamburg ist weltoffen, international, sportbegeistert und mit seiner Lage am Wasser eine Stadt, die weltweit Eindruck machen kann. Die Olympischen und Paralympischen Spiele könnten Hamburg für eine Zeit zum Schaufenster der Welt machen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Paralympics. Sie stehen für Leistung, Respekt, Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion. Gute Paralympische Spiele setzen Standards für eine Stadt, die für alle besser funktioniert. Auch der Breiten- und Vereinssport könnte profitieren: durch bessere Sportstätten, mehr Bewegungsangebote, Schwimmförderung, Parksport und Projekte für Kinder und Jugendliche.
Natürlich müssen die Kosten transparent und realistisch betrachtet werden. Gerade bei Sicherheit, Verkehr und öffentlichen Dienstleistungen sind noch Fragen zu klären. Gleichzeitig wäre es falsch, nur auf Risiken zu schauen. Auch mögliche Rückflüsse durch Tourismus, Konsum, Gastronomie, Hotellerie und Handel gehören zu einer fairen Betrachtung. Das vorliegende Konzept ist kein Freifahrtschein, aber es zeigt eine Finanzarchitektur, über die sachlich gesprochen werden kann.
Die heutigen Olympia-Konzepte setzen nicht mehr auf Größenwahn, sondern auf Vernunft, Nachhaltigkeit und die Nutzung vorhandener Ressourcen. Fast 80 Prozent der benötigten Sportstätten sind in Hamburg bereits vorhanden. Hinzu kommt: Ein nationales Großereignis dieser Größenordnung kann erhebliche Bundesmittel mobilisieren. Aus Hamburger Sicht ist klar: Diese Mittel sollten lieber in die Hansestadt fließen als nach München.
Andere Regionen haben bereits gezeigt, dass eine Bewerbung breite Zustimmung finden kann: München stimmte im Oktober 2025 mit 66,4 Prozent für eine Bewerbung, in der Region Rhein-Ruhr fanden sich am 19. April 2026 in 16 von 17 Kommunen Mehrheiten. Jetzt kommt es auf Hamburg an.
Die Briefwahlunterlagen für das Referendum am 31. Mai liegen bereits in den Briefkästen – es kann also schon jetzt abgestimmt werden. Deshalb gilt: Bitte unbedingt abstimmen und im Freundes- und Bekanntenkreis für ein Ja werben. Sprechen Sie mit Nachbarn, Freunden, Familie und Kolleginnen und Kollegen. Nehmen Sie Vorbehalte ernst, erklären Sie die Chancen und machen Sie deutlich, warum Hamburg von einer Bewerbung profitieren kann.
Wenn wir genügend Menschen mobilisieren, können wir ein starkes Ergebnis für Hamburg erreichen. Hamburg sollte diese Entscheidung nicht aus Angst treffen, sondern aus Stärke. Ja zu Olympia und den Paralympics in Hamburg – ja zu einer Stadt, die sich etwas zutraut.