Weniger Lehrerstunden: Gymnasien und Abitur unter Druck

Mit dem neuen Haushaltsplan will der Senat an mehreren Stellen weniger Lehrerstunden zur Verfügung stellen. Betroffen sind die Gymnasien – und zusätzlich die gymnasiale Oberstufe, also der Weg zum Abitur. Mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage will ich gemeinsam mit der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion, Birgit Stöver, klären, wie groß die Kürzungen tatsächlich ausfallen und welche Folgen sie für Unterricht, Förderung, Wahlangebote und die Profiloberstufe haben können.

In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 der Gymnasien soll die sogenannte Basisfrequenz von 24 auf 25 steigen. Vereinfacht gesagt: Künftig müssen rechnerisch mehr Schülerinnen und Schüler zusammenkommen, damit eine Schule die gleiche Zahl an Lehrerstunden erhält. Lehrerstunden, die nicht nur für den regulären Unterricht, sondern auch für Jugend forscht oder Neigungskurse verwendet werden.

Das ist auch mit Blick auf den Hamburger Schulstrukturfrieden von Bedeutung. Hamburg hält am achtjährigen Gymnasium fest. Damit war zugleich eine solide Ausstattung verbunden, damit G8 mit gutem Unterricht, Förderung und einem breiten Lernangebot funktionieren kann. Gerade deshalb ist erklärungsbedürftig, wenn die Lehrerstunden nun wieder reduziert werden. Die Gymnasien müssen nach der Beobachtungsstufe zudem auch Schülerinnen und Schüler mit später auftretenden Leistungsproblemen weiter fördern.

Der Förderbedarf ist dabei schon heute höher als vom Senat eingeplant. Im ersten Halbjahr 2026 erhielten 10,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Gymnasien eine Lernförderung. Geplant waren 8 Prozent. Trotzdem rechnet der Senat auch für die kommenden Jahre weiterhin mit einer Quote von 8 Prozent.

Auch auf dem Weg zum Abitur soll gespart werden. In der gymnasialen Oberstufe steigt die Basisfrequenz von 22 auf 24. Damit geraten auch die Breite und Vielfalt des Oberstufenangebots in den Blick. Gerade Kurse mit kleineren Teilnehmerzahlen – etwa in Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Musik, Kunst, Theater, Religion oder Philosophie – könnten von einer knapperen Ausstattung besonders betroffen sein. Genau nach diesen Auswirkungen fragt die eingereichte Schriftliche Kleine Anfrage.

Hinzu kommt ein weiteres Signal aus dem Haushaltsplan: Der Zielwert für den nach Stundentafel erteilten Unterricht an Gymnasien soll von 99 auf 98 Prozent sinken. Auch hier stellt sich die Frage, warum der Senat künftig mit einem niedrigeren Wert plant und was das konkret für den Schulalltag bedeutet.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Birgit Stöver habe ich deshalb eine Schriftliche Kleine Anfrage eingereicht. Wir wollen unter anderem wissen, wie viele Lehrerstunden durch die höheren Basisfrequenzen tatsächlich wegfallen, wie groß die damit verbundenen Einsparungen sind und welche Folgen der Senat für Unterricht, Förderung, Wahlangebote und die gymnasiale Oberstufe erwartet.

Die Antworten stehen noch aus. Die entscheidende Frage lautet: Wie will der Senat sicherstellen, dass G8 und der Weg zum Abitur auch mit weniger Lehrerstunden ein breites und gutes Bildungsangebot bleiben? Die Gymnasien dürfen nicht zum Sparschwein des Hamburger Bildungshaushalts verkommen.

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