Das Bild ist zweigeteilt: Viele Grundschulen in Altona erreichen sehr hohe Seepferdchen- und hohe Bronze-Quoten. Einige Schulen fallen jedoch drastisch ab – mit besonders vielen Kindern ohne Schwimmabzeichen. In Altona sind insbesondere Grundschulen am Osdorfer Born und in Lurup betroffen.
Dazu sage ich: „Schwimmen zu können und Wassergefahren richtig einzuschätzen, ist lebenswichtig. Wenn an einer Schule am Osdorfer Born nach 36 Schwimmeinheiten nur eines von vier Kindern in der Lage ist, 25 Meter zu schwimmen, ist das ein alarmierendes Versagen. An den übrigen Grundschulen im Quartier stellt sich die Situation ähnlich dar. Den Kindern in Lurup und am Osdorfer Born hilft es nicht, wenn der Senat auf hamburgweite Durchschnittswerte und Schwimmgutscheine verweist. Entscheidend ist die Realität vor Ort.“
Wie kann das sein? Schließlich investiert der Senat viel Geld in Schwimmunterricht für alle Grundschulkinder. Zu Beginn des Schwimmunterrichts können ganze 53,5 Prozent der Kinder nicht schwimmen, das unterstreicht die Bedeutung des Schulschwimmens. Gleichzeitig hält es die DLRG für schwer vorstellbar, dass Kinder in den vorgesehenen Schwimmstunden nicht zumindest das Seepferdchen erreichen.
Nachdem der Senat sich zunächst die Erfolge des Schulschwimmens herausgestallt hat, muss er nun zugeben, dass sich die Situation an einigen Schulen komplett anders darstellt. Hohe Fehlzeiten seien der Grund für die schlechten Erfolgsquoten. Wer ein Drittel oder mehr des Unterrichts verpasse, habe – gerade bei wenig wassergewöhnten Kindern – deutlich geringere Chancen, ein Abzeichen zu erreichen.
Gleichzeitig bleiben wichtige Punkte lückenhaft: Die Nichtteilnahme wird nicht zentral erfasst, an einer Schule sind Auswertungen wegen Datenerfassungsproblemen erst gar nicht möglich, und die Daten werden bislang vor allem hamburgweit und auf Bezirksebene analysiert – nicht konsequent schulscharf.
Für eine echte Steuerung der Realität vor Ort braucht es bessere, schulscharfe Transparenz. Nicht genau hinzusehen auf jede einzelne Schule ist ein Versagen, das zu viel zu vielen Kindern führt, die nicht schwimmen lernen – ein Versagen, das sich Hamburg nicht leisten kann. Denn diese Kinder sind in der Badesaison in akuter Gefahr, können sich nicht über Wasser halten.
Darum: die rot-grüne Regierung muss ihren Auftrag der Schulaufsicht auch beim Thema Schwimmunterricht ernst nehmen. Wenn Kinder fehlen, darf dies nicht einfach hingenommen werden. Die Teilnahme muss mit Nachdruck durchgesetzt, Atteste müssen eingefordert werden. Alles andere ist verantwortungslos.
Dazu mein Statement: „Schwimmunterricht ist Pflicht. Sofortiges, zielgenaues Handeln ist erforderlich, um an den betroffenen Schulen zu handeln und die Teilnahmequoten deutlich zu verbessern. Eins muss klar sein: es gilt zu verhindern, dass wir im Sommer erneut Badetote zu beklagen haben, weil Kinder nicht schwimmen gelernt haben. Wenigstens ist es mir gelungen, die Behörde mit meinen Nachfragen dazu gebracht zu haben, genauer hinzusehen und ins Handeln zu kommen.“
Hier geht’s zu meiner ersten Anfrage und hier zu meiner zweiten Anfrage.