Horizonte faszinieren den Menschen seit jeher. Markieren sie das Ende der Welt – oder erst den Anfang von etwas, das sich unserem Blick entzieht?
Schon als Kind war Heiner Leiska überzeugt, dass es hinter dem Horizont weitergeht. Er wollte Kapitän werden, um dieser Linie entgegenzufahren. Eine Sehschwäche verwehrte ihm die Seefahrt – nicht jedoch die Sehnsucht. Als Fotograf nähert er sich dem Horizont seither immer wieder an und wartet auf jene flüchtigen Momente, in denen Himmel und Wasser ihr eigenes Bild erschaffen.
Der Horizont wird zur Konstante in einem Raum aus Licht, Farbe und Bewegung – eine ruhende Linie inmitten der Dynamik der Natur. Sie ist zugleich Grenze und Versprechen, Bühne und Übergang.
Alle gezeigten Fotografien halten reale Augenblicke fest. Sie sind unverändert, nicht nachbearbeitet – reine Natur, gelebter Moment. Gerade darin liegt ihre Kraft: Ein gerader Strich, der in Wahrheit nicht existiert, wird zum Sinnbild unserer Wahrnehmung.
Wenn der Horizont das vermeintliche Ende unseres Sichtfeldes markiert, obwohl wir wissen, dass es dieses Ende nicht gibt – was sagt das über andere Grenzen aus? Über das Weltall, über die Zeit, über unsere Vorstellung vom Lebensende?
Diese Ausstellung lädt dazu ein, den Horizont nicht nur zu betrachten, sondern als Denkfigur zu begreifen. Sehen Sie genau hin – analytisch und poetisch zugleich. Welche Räume öffnen sich jenseits der Linie?